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Die Luftseilbahn Fräkmüntegg - Pilatus Kulm

Der Dragon Ride fliegt auf den Pilatus
Bild: PILATUS-BAHNEN AG
Die 1956 erbaute Luftseilbahn von der Fräkmüntegg auf den Pilatus erbrachte zuverlässig und ohne grössere Zwischenfälle ihren Dienst bis zum 14. August 2014. Während dem Winter 2014/15 wurde an der neuen, auch als "Dragon Ride" bezeichneten Luftseilbahn gebaut, bis zur Eröffnung im April 2015. Während der Zeit, in der sich auch die Zanhradbahn in ihrem alljährlichen Wintersschlaf befand, also ab Mitte November, war der Pilatus nicht mit einer Bergbahn erreichbar. Für die Bauarbeiter wurde der Hotelbetrieb jedoch aufrecht erhalten und die Mitarbeiter anfangs Woche mit dem Helikopter auf den Berg geflogen und am Ende der Woche wieder ins Tal gebracht.

Die Bauarbeiten verliefen nach Fahrplan und nichts schien der Eröffnung am 1. April 2015 im Weg zu stehen. Nichts - ausser das Wetter! Aus sicherheitstechnischen Gründen war, aufgrund starker Winde, die geplante erste Fahrplanmässige Fahrt nicht möglich. Sie konnte jedoch zwei Tage darauf, am 3. April 2015, nachgeholt werden. Ein Gerücht besagt, dass Pontius Pilatus, der Namensstifter des Berges, dessen Seele der Legende nach in einem Bergsee am Berg ruht, höchstpersönlich diese Winde hervogerufen hatte, damit er die Eröffnung der Bahn mit eigenen Augen sehen kann. Denn die Legende besagt auch, das Pilatus nur einmal im Jahr seinen See verlässt, nämlich am Karfreitag und - genau, der 3. April 2015 war der Karfreitag!

Ob nun Pontius Pilatus seine Finger im Spiel hatte oder nicht, die Bahn ist auf jeden Fall sehenswert. Ein Erlebnis ist die Fahrt auf einem der 12 Panorama-Sitzplätze. Durch die einem Helikoptercokpit nachempfundenen Frontscheiben wird einem das Gefühl des Fliegens vermittelt. Doch dank der grosszügigen Platzverhältnisse in der Kabine für 55+1 Personen und der Abstufeung hinter den Sitzen ist eine Fahrt so oder so grandios, ob mit oder ohne Panorama-Sitzplatz! Die von CWA entwickelten Kabinen sehen mit ihrer aerodynamischen Form nicht nur überzeugend aus, sondern sind auch einiges windresistenter als die alten Kabinen. Auch der lange Gehängearm trägt zu einer hohen Windresistenz der neuen LFP bei.

Die Stationen wurden umgebaut: Da die neuen Kabinen höher und breiter sind als die Alten, wurden die Stationen erhöht. Auf eine Verbreiterung konnte jedoch, dank Schiebeplattformen, verzichtet werden. Das bedeutet, dass die Seile der beiden Fahrbahnen nicht parallel zueinander verlaufen, sondern die Fahrspur sich zur Stütze hin verbreitert. Die Kreuzungsstelle befindet sich etwas unter der Stütze, dass heisst, dort müssen die Kabinen aneinander vorbeikommen, bzw. natürlich den gesetzlichen Mindesabstand einhalten. In den Stationen jedoch, würden die beiden Kabinen nicht nebeneinander hineinpassen. Fährt man mit der Bahn über die Stütze, fährt man also eine Kurve, was man auch spürt/sieht, wenn man sich achtet. Das nebenstehende Schema, welches ich für meine Maturaarbeit angefertigt habe, soll die Funktion des Schiebeperrons und die Verbreiterung der Fahrbahn über die Stütze an der Bergseitigen Station verdeutlichen.

Technische Daten der Bahn:
Technische Daten der Bahn
Quelle: PILATUS-BAHNEN AG

Weitere Informationen
Die PILATUS-BAHNEN AG hat die wichtigsten Informationen zur neuen Luftseilbahn Fräkmüntegg-Pilatus Kulm in einem Factsheet zusammengefasst:
Factsheet der neuen Luftseilbahn

©2018: Severin Wallimann

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